Mauretanien

23.11.06 - 30.11.06

Die erste Passkontrolle bei der Gendarmerie folgt sofort. Wir stehen vor einer halb zerfallenen Bretterbude und warten bis wir hinein dürfen. Auch hier wird wieder alles fein säuberlich in ein großes Buch eingetragen. Die zweite Kontrolle ist wenige Meter später und schnell vorbei. Jetzt sind wir bei Nummer drei und hier ist in aller Regel Geld fällig. Er will tatsächlich pro Auto 10 Euro, eine Unverschämtheit. Kalle schwätzt sich um Kopf und Kragen, wir müssen uns das lachen verkneifen, schließlich bezahlen wir nur 10 Euro für alle und der Beamte bekommt noch Lippenstift und Parfümproben für seine Frau. Wir müssen uns beeilen und schnell vom Acker kommen, denn ein anderer Grenzbeamter will uns nicht fahren lassen, wenn wir nicht zahlen. So da sind wir also durch und es wird Zeit noch vor der Dunkelheit einen Schlafplatz zu suchen. Marc und Ilona wollen nach Nouadhibou reinfahren. Am Abzweig von unserem heutigem Schlafplatz errichten Kalle und Jan ein großes Steinmännchen, damit die anderen uns in der Dunkelheit finden können. Es ist schon spät in der Nacht als wir wach werden, marc und Ilona rollen an, ein Blick auf die Uhr - 1.00 Uhr - puuuhhh spät, weiterschlafen...

Bis zu einer Kreuzung fahren wir heute noch zu dritt, hier verabschieden wir uns erst mal von Kalle, der auf der Teerstaße nach Noakchott fahren will. Wir stehen jetzt mitten in der Pampa und wollen die 450 km nach Choum an den Bahngleisen entlang fahren. Weit sind wir noch nicht gekommen, da haben sich Ilona und Marc das erste mal festgefahren, aber die Sache ist schnell erledigt. Die Piste wechselt ständig zwischen Wellblech und Sandstücken. Immer wieder sehen wir Autowracks und entgleiste Züge neben den Gleisen, sehr vertrauenerweckend. Grade mal 167 km haben wir geschafft als wir einen Platz gefunden haben wo wir schlafen wollen. Marc macht sich mit mir auf die Suche etwas brennbares zu finden und sehen in der Ferne, dass Ilona und Jan besuch von einem LKW und einem Bagger haben. Als wir wieder zurück sind erzählen die Beiden, dass sie nett gequatscht haben und den Jungs ein Polaroidbild geschenkt haben. Wir verbringen einen netten Abend, lauschen dem ewigen langem Zug und fühlen uns Pudelwohl....

Auch heute müssen wir viel Wellblechfahrerei über uns ergehen lassen, doch nach und nach wird es sandiger. Seit dem Mittag sind wir fast nur noch im Sand unterwegs und haben riesigen Spaß. Immer wieder kommen wir an schlimmen Orten vorbei, wenn man die paar zerfallenen Holzhütten so nennen kann. In scharen kommen dann Kinder auf uns zu gerannt und wollen cadeau (Geschenk). Der zweitgrößte Monolith der erde liegt nun vor uns und wir halten um ein paar Fotos zu machen. Ein alter Mann der Schafe hütet sitzt hier neben den Gleisen, sprechen können wir nicht viel miteinander aber wir verstehen dass er durstig ist und Hunger hat. Wir geben ihm etwas Wasser und Brot mit Wurst. Besonders zügig kommen wir nicht voran, da wir immer wieder schaufeln müssen, aber egal wir haben Spaß und freuen uns schon auf die Dusche heute Abend. Einen tollen Schlafplatz haben wir heute. Nach der wohlverdienten Dusche gibt es einen riesen Berg Spaghetti mit Tomatensoße und Salat. Pappsatt und mit kühle Bier in der Hand geht es uns mal wieder richtig gut......

Noch nicht lange unterwegs und schon wieder festgefahren, also raus aus dem Auto und schaufeln, die Bleche drunter und weiter gehts. nach und nach geht die Sandfahrerei dem ende zu und das Wellblech nimmt zu. Die Landschaft verändert sich, es wird immer grüner, hier und da stehen sogar Bäume und der Sand weicht den Felsen. Wir fahren mal wieder in die Berge und hier ist es nur noch steinig und staubig. Auf 399 m fällt plötzlich was vom Dach. Jan steigt aus und schaut nach “ Eine Mutter “ er läuft ums Auto um herauszufinden wo die herkommt. “ Keine Ahnung “ Wir nehmen sie mit und fahren weiter. Endlich sind wir in Atar und Nr. 24 (so heißt der LKW von Marc und Ilona) braucht Diesel. An der Tankstelle bekommen wir das Angebot Geld zu tauschen und da heute Sonntag ist nehmen wir das Angebot an. Ilona und ich fahren mit dem Typ zum Markt, laufen durch ein paar Gänge bis zu einem Stand wo wir unsere Euro eintauschen können. Als wir wieder zurück sind, der LKW vollgetankt ist fahren wir weiter bis zum Markt um ein paar Lebensmittel zu organisieren. Ilona und Jan stürzen sich ins Getümmel während Marc und ich die Autos hüten. Wir sind umzingelt von Kindern und allen möglichen Leuten die uns was verkaufen wollen. Einer spricht gut englisch und ich quatsche eine ganze Weile mit ihm, er schenkt mit eine Kette die mir Glück bringen soll auf unserer Fahrt durch Afrika. natürlich möchte er mir auch noch was verkaufen, aber leider hat er nichts anzubieten, was ich gebrauchen kann. Weil er so nett war schenke ich ihm auch eine Kleinigkeit. Endlich kommen die anderen wieder und wir können weiter reisen. Bei dieser ganzen Aktion ist viel zeit draufgegangen und wir suchen einen Platz für die Nacht. Die Landschaft ist karg und steinig, es ist schwierig einen Schlafplatz zu finden. Der Platz ist nicht besonders schön, aber dafür finden wir viel Holz. Schon den ganzen Tag freue ich mich auf heute Abend, denn es ist der erste Advent und wir öffnen die Pläzchendose. Vielen dank liebe Mama, es schmeckt köstlich wie jedes Jahr ! Ilona geht früh ins Bett, hat anscheinend zuviel Sonne abbekommen und fühlt sich nicht gut. Wir sitzen noch eine Weile am Feuer und trinken unseren letzten Schluck Eppelwoi.......

Heute wollen wir Nouakchott erreichen, dort wartet Kalle auf uns. Es geht wieder Abwärts in Richtung Tal, eine tolle Aussicht bietet sich uns, riesige Schluchten im Fels, echt irre. Der Asphalt ist absolut klasse und wir kommen gut voran. Die Landschaft hat sich schon wieder verändert , links und rechts von uns sind Dünen zu sehen, der Sand ist teilweise Schneeweiß. Es ist langweilig wir fahren nun schon seit 45 km ständig geradeaus, Jan freut sich über die Kurve. Zur Abwechslung kreuzen immer mal wieder Kamele die Straße und auch die Kontrollen bleiben nicht aus. Finden gut zum vereinbarten Campingplatz uund werden dort freudig von Vega begrüßt........

Wir sind noch nicht richtig wach, als Kalle sich von uns verabschiedet, er hat keine Lust noch einen Tag hier abzuhängen. “ man sieht sich “ sagt er und düst lost. Sind mittlerweile in der Stadt und auf der Suche nach jemand der uns Geld tauscht. Wir bummeln so durch die Gegend unterhalten uns viel mit Verkäufern und schwitzen so vor uns hin. Wieder zurück am Camp wollen wir eigentlich Wäsche waschen, aber zur Zeit gibt es weder Strom noch Wasser, egal dann gehen wir eben schwimmen. Nach der Abkühlung stürzen wir uns in die Arbeit, ein großer Berg Wäsche hat sich angesammelt und wir legen los, Menschenskinder ist das Zeug dreckig......

Haben unsere Wäsche wieder verstaut und sind auf dem Weg in die Stadt, brauchen Wasser und noch ein paar Kleinigkeiten. Unser Weg geht Richtung Senegal. Vom Grenzübergang in Rosso haben wir bislang nur schlechtes gehört und so peilen wir Djama an. Asphalt gibt es hier keinen, die Strecke verläuft an einem Damm entlang und besonders schnell sind wir hier nicht unterwegs. Auch hier gibt es immer wieder Kontrollen und jeder versucht bei uns was zu bekommen, aber in einem solchem Fall, sprechen und verstehen wir kein französisch mehr. Da es hier in der Nähe des Senegal und seinen Armen recht feucht ist sind wir darauf gefasst heute Abend eine Moskitoplage zu erleben. Wir finden ein recht nettes Fleckchen und wie erwartet fallen die Moskitos über uns her. Ilona hat Mühe ihren Hund vom Warzenschwein jagen abzuhalten. Wir sitzen am Feuer ( gut gegen Stechmücken) trinken einen Wein und lauschen den uns unbekannten Tiergeräuschen, von denen es hier reichlich gibt.....

Wir frühstücken gerade und bekommen fahrradfahrenden Besuch. Ein Holländischer ebenfalls auf dem Weg zur Grenze, er plaudert ein wenig mit Ilona und Jan während Marc und ich noch einmal das Carnet de Passage studieren, denn das werden wir heute noch brauchen. Der Schweizer radelt weiter, da kommen schon die nächsten. Drei Einheimische stehen da und schauen uns zu, wir reden kurz mit ihnen gehen dann wieder unserer Arbeit nach. im Moment fühle ich mich wie bei Big Brother, den die drei stehen immer noch da und starren uns an, als ob wir vom Mars gekommen wären. Zwei Kontrollen haben wir noch hinter uns gebracht, als wir jetzt endlich an der Grenze zum Senegal sind. Erst zum Zoll, der Beamte ist recht nett und wir plaudern. Dann will er pro Fahrzeug 10 Euro, wir handeln und werden uns schließlich bei 3300 Ouguiya und einer Duschgelprobe einig. Bei der Polizei bezahlen wir gar nichts außer einem Kugelschreiber. Bei der Commune Tax (wofür auch immer das sein soll) lassen wir 600 Ouguiya.Jetzt können wir endlich fahren......

 

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